Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern ist die CDU in elf Gemeinden des Landes komplett leer ausgegangen. In Orten wie Grischow und Hugoldsdorf erhielt die Partei weder bei der Erst- noch bei der Zweitstimme auch nur eine einzige Stimme. Stattdessen kam die AfD in diesen Gemeinden auf hohe Werte: In Hugoldsdorf im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte erreichte sie bei der Erststimme 73,4 Prozent, in Grischow 68,7 Prozent bei der Erst- und 69,4 Prozent bei der Zweitstimme. Lediglich in Roduchelstorf (Nordwestmecklenburg) und Kieve (Mecklenburgische Seenplatte) konnte die SPD gegen die AfD-Konkurrenz siegen. Alle News und Entwicklungen: Liveticker zu den Wahlen in MV und Berlin (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/deutschland/article6aafd698b1857e86757a8482/wahlen-in-berlin-und-mv-schwesig-attackiert-merz-klingbeil-fordert-aenderungen-an-rentenreform-liveticker.html) . Die betroffenen Gemeinden sind allerdings allesamt kleine Ortschaften mit teils unter 100 Wahlberechtigten, doch das Ergebnis verdeutlicht die dramatische Erosion der CDU-Basis im ländlichen Mecklenburg-Vorpommern. Die größte Zustimmung erhielt die AfD im Dorf Groß Luckow im Landkreis Vorpommern-Greifswald. Dort stimmten 78,6 Prozent der Wähler für die Partei. In Wrangelsburg im selben Wahlkreis stimmten 78 Prozent für die AfD. Die AfD wurde landesweit mit 38,2 Prozent stärkste Kraft, gefolgt von der SPD mit 35,5 Prozent. Die CDU kam auf 4,9 Prozent und verpasste damit den Einzug in den Landtag. Die Linke erhielt 6,5 Prozent, die Grünen kamen auf 5,7 Prozent. Damit wäre eine Koalition von SPD, Linken und Grünen möglich. In diesen elf Gemeinden erhielt die CDU keine einzige Stimme • Buchholz (Erststimme) • Kieve (Zweitstimme) • Bredenfelde (Zweitstimme) • Briggow (Erststimme) • Grischow (Erst- und Zweitstimme) • Neetzka (Zweitstimme) • Groß Schwiesow (Zweitstimme) • Hugoldsdorf (Erst- und Zweitstimme) • Rögnitz (Erststimme) • Roduchelstorf (Erststimme) • Papendorf (Zweitstimme) CDU fehlten in Mecklenburg-Vorpommern rund 1100 Stimmen Laut vorläufigem amtlichem Endergebnis wird die Niederlage der CDU noch bitterer. Sie hat den Einzug in den Schweriner Landtag um lediglich 1138 Stimmen verpasst. Mit 49.629 Zweitstimmen kam sie auf 4,9 Prozent der abgegebenen Stimmen. Bei insgesamt 1.015.323 gültigen Stimmen wären für 5,0 Prozent mindestens 50.767 Stimmen nötig gewesen. Nur ein Prozent sieht Merz als hilfreich an Bei der Analyse der Ursachen des schlechten Abschneidens der CDU spielt offenbar vor allem Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) eine Rolle. Laut Wahlanalyse im ZDF machten 80 Prozent der Befragten und sogar 70 Prozent der CDU-Anhänger den Bundeskanzler für das Abschneiden der Partei verantwortlich. Nur jeweils ein Prozent sieht Merz als hilfreich an. Der Befund deutet darauf hin, dass die Kritik an der CDU-Führung längst nicht nur von politischen Gegnern kommt, sondern auch tief ins eigene Lager hineinreicht. Auch die Wählerwanderung zeigt, wohin die verlorenen Stimmen geflossen sind. Die AfD gewinnt den größten Teil ihrer zusätzlichen Wähler aus allen politischen Lagern: 47.000 Stimmen kommen von der SPD, 30.000 von der CDU, 16.000 von der FDP und 9000 von der Linken. Hinzu kommen 67.000 frühere Nichtwähler. Die AfD profitiert damit nicht nur von Wechselwählern, sondern mobilisiert in erheblichem Umfang bisherige Nichtwähler und verbreitert ihre Wählerbasis weit über einzelne Parteimilieus hinaus.